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Türchen 18 · Zweifel an der eigenen Intelligenz

Ausschnitt aus dem Workbook

„Ich? Überdurchschnittlich intelligent oder sogar hochbegabt? Im Leben nicht! Ich bin absolut Durchschnitt, vielleicht sogar unterdurchschnittlich!“

So oder so ähnlich höre ich es immer und immer und immer wieder. Und jedes einzelne Mal tut es mir in der Seele weh. Was ist es, dass Frauen so stark an ihrer eigenen hohen Intelligenz zweifeln lässt? Nun, ich bin keine Freundin von Schuldzuweisungen, aber häufig liegt die Ursache in Zuschreibungen durch Andere und sogenannten Resonanzerfahrungen in Kindheit und Jugendalter. Oder es diente ursprünglich als Verhaltensstrategie im Sinne der Anpassung, um einfach dazu zugehören. Weil, sind wir mal ehrlich – irgendwie anders warst du doch schon immer, oder?

Ein zweites Phänomen, das vor allem in der Literatur immer wieder beschrieben wird, ist die Rollensozialisierung, die trotz Emanzipation, equal pay und anderen Initiativen immer noch erfolgt. Wenn Mädchen etwas sehr gut können, haben sie fleißig geübt. Können Jungs etwas sehr gut, haben sie Talent dafür…

Überleg doch mal: wo schreibst du Fähigkeiten eher deinem Fleiß und wo deiner Intelligenz zu? Na? Erwischt? 😉


Jetzt bist du dran. Teile in den Kommentaren deine Aha-Momente und Erkenntnisse, andere Gedanken und Fragen.

Lies und kommentiere auch sehr gerne bei den Anderen.

Ich freu mich schon drauf!

Herzliche Grüße

Miriam

Türchen 18 · Zweifel an der eigenen Intelligenz

Janina Peter

Mir wurde in den ersten zwei Grundschuljahren eine Lernschwäche von meinen Lehrern diagnostiziert, bis ich mit zehn Jahren einen IQ Test machen musste. Danach waren meine Lehrer total aus dem Häuschen. Fleiß beim Lernen ist mir nämlich überhaupt nicht gegeben. Habe auch früh die Notwendigkeit von Hausaufgaben nicht eingesehen. Da geht man doch von sich aus nicht davon aus, übermäßig Intelligent zu sein. Meine Mutter hat mir auch erst später mitgeteilt, welches Ergebnis bei dem Test herausgekommen war.

Silke Schütte

Janina Peter für uns waren die ersten 4 Grundschuljahre mit meinem Sohn eine Qual - Grade auch die ersten 2 Jahre. Hausaufgaben hat er überhaupt nicht eingesehen - waren ja auch immer zu einfach. Er konnte lesen, schreiben und rechnen weit über die 10 hinaus, bevor er in die Schule kam. Mit 9 dann einen IQ Test gemacht. Da er aber die 130 nicht erreicht hatte, hatte das keine Konsequenzen für die Lehrer ...

Miriam Michaelsen

Janina Peter Ach krass, wann hat deine Mutter dir davon erzählt?

Und spannende wäre hier auch mal die einzelnen Teilkompetenzen zu betrachten. Beispiel: ich dachte immer ich sei "zu blöd" Sprachen zu lernen, bis der IQ Test bei mir eine sehr große Differenz zwischen mathematischer und sprachlicher Kompetenz ergab. Dazwischen liegen über 20 Punkte. Die mathematische Kompetenz näher sich der Höchstbegabung an, während die sprachliche "nur" im leicht überdurchschnittlichen Bereich liegt. Seit ich das weiß, fällt es mir nicht mehr schwer Sprachen zu lernen...

Eine hohe Intelligenz schließt eine Lernschwäche nicht (mehr) aus. Man hat das früher gedacht, aber es gibt viele hochintelligente Menschen mit LRS, Legasthenie, Dyskalkulie. Und dann gibt es leider auch immer noch unentdeckte Linkshänderinnen, weil sie sich stark an das rechtshändige Umfeld angepasst haben. Das erzeugt auch Lern- und Leistungsschwierigkeiten.

Beispiel von mir: als ich meine erste Maus für den PC bekam, die ergnomisch für links war und ich den Pfeil umgestellt hatte, hatte ich kaum noch Nackenschmerzen und war viel schneller beim Arbeiten.

Fleiß und Sinn. Fleiß entsteht solange nicht, wie es einfach ist und Langeweile droht. Und wenn kein oder nur wenig Sinn in einer Aufgabe gesehen wird, kommt es zu Leistungsverweigerung. Ganz typisch! Gibt super Strategien, wie man dem begegnen kann, wenn man will.

Miriam Michaelsen

Silke Schütte ah ja der Klassiker. Die magische 130. Das ist der Grund, weshalb ich keinen IQ Test in meinen Programmen fordere. Und wichtig ist, dass die Herausforderungen eines hohen IQ nicht erst bei 130, sondern bei etwa 115 anfangen. Viele fallen dann durch´s Raster und haben dadurch ja beispielsweise auch keine Möglichkeit zu Mensa gehen zu können. Wie alt ist dein Sohn heute? Man könnte bei Interesse eine aktuelle Vergleichstestung machen.

Silke Schütte

Miriam Michaelsen er ist 19 und macht in 4 Wochen Abitur - bin gespannt. Damals vor 10 Jahren hatte er 119 (mit der starken Differenz zwischen den Bereichen).

Er hatte vor kurzem Probleme mit der Führerscheinprüfung - einige Male durchgefallen bis es geklappt hat. Als ich mit der Fahrlehrerin dann mal länger telefoniert habe, meinte sie, dass er ja sehr schlau wäre und sie denkt es läge daran. "Wissen Sie, andere machen sie die Gedanken gar nicht (die er sich macht).