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Türchen 2 · Abneigung gegen Routinetätigkeiten

Ausschnitt aus dem Workbook:

Oftmals besteht eine ausgeprägte Abneigung gegen Routinetätigkeiten des alltäglichen Lebens und Arbeitens vor. Dann können alle Aufgaben, die dieser Kategorie zugeordnet werden, als belastend, nervig, anstrengend, sinnvoll, überflüssig empfunden werden.

Die Folge kann Vermeidung sein – sprich wir schieben sie auf beziehungsweise vor uns her. Das wiederum bewerten wir dann als Aufschieberitis oder gleich als Prokrastination. (Dazwischen bestehen Unterschiede, die Mara Pairan in ihrem Blogartikel wunderbar erklärt hat.)


Jetzt bist du dran. Teile in den Kommentaren deine Aha-Momente und Erkenntnisse, andere Gedanken und Fragen.

Lies und kommentiere auch sehr gerne bei den Anderen.

Ich freu mich schon drauf!

Herzliche Grüße

Miriam

Türchen 2 · Abneigung gegen Routinetätigkeiten

Silke Schütte

Oh ja, ich hasse Routine - meistens. Habe das aber bisher nicht mit Hochbegabung in Verbindung gebracht. Macht aber zum Thema Langeweile durchaus Sinn. Aber mein Sohn z.B. braucht gewisse Routinen und Vorwarnungen, weil ihn das sonst überfordert. Das ist wohl typisch bei Hochsensibilität.

Ich tue mich extrem schwer mir Routinen aufzubauen, oder Trackerlisten oder sowas. Manchmal merke ich aber, dass mir gerade Routinen gut tun würden, dann müsste ich nicht jeden Tag ständig so viel entscheiden. Es fängt ja schon mit dem Essen an, frühstücke ich heute? Wenn ja wann? und was? 😯 Jeden Tag was anderes - alles andere wäre ja langweilig ...

Jeden Montag posten, oder so, ich halte es nicht durch. Habe eine sehr gute Intuition und bin sehr flexibel. Aber manchmal habe ich wirklich wie du sagst, das Gefühl, dem Tag hinterher zu laufen. Prokrastination sowieso. Aufschieben bis zum letzten Drücker. Habe jetzt gelernt, das wäre eine Nervensystemsache. Trauma und so.

Ich habe 20 Tage Challenges ins Leben gerufen, in mein Leben als Faszienyogaexpertin. 20 Tage, 20 Minuten. Das gibt mir interessanterweise Halt und Struktur - also ich unterrichte die, und muss dann 20 Tage lang immer zu einer bestimmten Uhrzeit auf der Matte stehen (wortwörtlich). Ist das das, was du meinst mit der Routine Sinn geben? Denn es macht natürlich für mich und die Teilnehmer sehr viel Sinn.

Miriam Michaelsen

Silke Schütte Es kommt auch tatsächlich auf die Routine drauf an und wie man sie gestaltet. Ich liebe meine Morgenroutine (Dehungs- und Atemübungen, Meditation, Frequenzen hören + Kriegerin + stehendes Dreieck, insgesamt ca. 30 Minuten), aber ich mochte viele Haushaltsroutinen nicht (abwaschen, SpüMa ausräumen, einkaufen). Bei allem außer einkaufen und saugen höre ich jetzt Hörbuch und liebe es. Entspanne dabei, bin nicht mehr gehetzt, sondern genieße den Moment. Und das ändert alles.

Das, was du über deinen Sohn schreibst, ist vor allem typisch für Autismus, ohne hier jetzt irgendwelche Fernverdachtsdiagnosen zu stellen.

Wenn dir Routinen schwer fallen, überleg nicht, ob du sie nutzt, sondern wie und lade sie mit Sinn auf. Du musst übrigens nicht tracken, um sie zu nutzen.

Aufschieben bis zum letzten Drücker könnte auch deine Strategie gegen den Perfektionismus sein. Sehr bewährte Strategie sogar!

Die Challenges erzeugen bei dir definitiv Sinn, aber ich seh noch was Anderes: Verbindlichkeit gegenüber Anderen = easy. Dir gegenüber schwierig. Hier könnte sich die unbewusste weibliche Angst vor Erfolg verbergen. Stell dir vor, dein Content wird dein stärkster Verkäufer und du hast ne krasse Morgenroutine, sodass beides zu wirtschaftlichem Erfolg führt. Wer wärst du dann? Noch die nette liebe meditierende Yogalehrerin von nebenan oder mutierst du dann zur geldgeilen Version deiner selbst? Hör mal rein.

Und noch ein Tipp zum regelmäßigen Posten:

  • Content erstellen, wenn die Energie grad gut ist und Kreativität fließt
  • das Erstellte dann über ne App einplanen und strukturiert posten lassen.