Türchen 22 · hohe Ablenkbarkeit
Auszug aus dem Workbook
Damit hattest du vermutlich nicht gerechnet, oder? Tatsächlich weisen Menschen mit hohem kognitiven IQ eine größere Ablenkbarkeit auf, als der Durchschnitt. Pathologische Formen wie man sie bei AD(H)S beobachten kann, sind hiervon ausgenommen.
Warum ist das so? Hohe Reizoffenheit, schnelle Verarbeitungsgeschwindigkeit, Streben des Gehirns nach „Futter“ sind aus meiner Perspektive drei Aspekte, die im Wesentlichen dazu beitragen können. Natürlich spielen auch sogenannte Doppeldiagnosen wie AD(H)S oder Traumata eine Rolle, die ich hier aber nicht beleuchte.
Für dich heißt das zunächst: es ist ganz normal, falls du schnell ablenkbar bist. Dann heißt es einfach, dass du dir bewusst darüber werden solltest, welche Rahmenbedingungen du für welche Aufgaben und Tätigkeiten benötigst. Wo magst du die Ablenkbarkeit vielleicht sogar und wo stört sie dich? Überall dort, wo du Einfluss hast und Veränderungen vornehmen kannst, tu es.
Ein Beispiel von mir und meinem Büro. Ich benötige „freie Sicht“. Bedeutet für mich, dass mein Schreibtisch in den Raum geöffnet steht, ich also die Wand im Rücken und einen freien Blick in den Raum habe. In meiner Sichtachse sollte es möglichst reizreduziert „zugehen“. Heißt: Wenige schlichte Pflanzen, keine Unordnung, Regale geschlossen (mit Türen oder Schiebegardinen), Schreibtisch aufgeräumt. Dann ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass ich einer hohen Ablenkbarkeit unterliege. Über Handy, Tür- und Telefonklingeln oder Menschen, die ungefragt reinkommen, könnten wir uns auch unterhalten 😉 Dafür braucht es „Spielregeln“ und auch hier: hast du Einfluss, übe ihn in deinem Sinne aus. Hier gilt: für dich und nicht gegen die Anderen.
Jetzt bist du dran. Teile in den Kommentaren deine Aha-Momente und Erkenntnisse, andere Gedanken und Fragen.
Lies und kommentiere auch sehr gerne bei den Anderen.
Ich freu mich schon drauf!
Herzliche Grüße
Miriam
Oha, das wusste ich tatsächlich noch nicht. Ist bei mir auch echt ausgeprägt. Ich kann mich allerdings wenn ich will, sehr gut konzentrieren (auch durch mein Yoga). Aber es kommt darauf an, welche Arbeit und ob ich sie gerne mache. Nachts fällt es mir wesentlich leichter - was dafür spricht, dass da einfach weniger Reize da sind. Grad bin ich auch durch diese Posts abgelenkt. Wollte mich nur fürs Coworking anmelden und eigentlich endlich die Salespage für meinen nächsten Kurs machen.
Mit einem Schreibtisch gegen die Wand könnte ich glaub ich auch nicht arbeiten. Habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr. Ich habe freie Sicht auf unseren Garten und darüber hinaus in einen kleinen Wald. Da würde ich mich beengt fühlen.
Streben des Gehirns nach Futter trifft voll zu!
Silke Schütte Ah wie spannend - das beobachte ich häufiger. Fokus, Konzentration und Aufmerksamkeit sind leicht bei Tätigkeiten, die Freude und Sinn (!) ergeben. Ganz wichtig. Schau da mal hin, das könnte für dich auch ein guter Gradmesser sein.
Die nächtlich gesteigerte Aufmerksamkeit hängt definitiv mit den verringerten äußeren Reizen zusammen. Und möglicherweise greift hier auch das Prinzip FOMO viel weniger. Du hast weniger Angst im Außen etwas zu verpassen, weil weniger im Außen passiert, was du gern tun würdest.
Aus Feng Shui Perspektive ist es total energiestauend den Schreibtisch zur Wand zu haben. Wäre für mich auch katastrophal. Ich achte da seit Jahrzehnten drauf.
Garten und Wald klingt traumhaft.
Miriam Michaelsen Ah - wenn ich so unterschwellig denke, macht ja eh kein Sinn mit der Salespage - die, die kommen, die brauchen sie nicht und andere buchen nicht, dann ist es klar, dass das unbewusst nicht die höchste Priorität bekommt.