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Türchen 23 · Fehler stärker als Erfolge bewerten

Auszug aus dem Workbook

Menschen mit hohem kognitiven IQ neigen dazu Fehler höher zu bewerten als Erfolge. Einige nehmen ihre Erfolge auch lediglich zur Kenntnis, empfinden aber weder Stolz noch Freude. Das ist in der Regel Teil der eigenen Sozialisierung sein. Sich selbst nicht so wichtig nehmen, den Anderen kein schlechtes Gefühl bereiten wollen oder aber auch nicht wettbewerbsorientiert sein zu sollen, sind alles Aspekte, die hier mit reinspielen.

Allerdings – und das ist das Traurige daran – kann das richtig „nach hinten losgehen“. Werden die eigenen Fehler und Unzulänglichkeiten in der eigenen Selbstwahrnehmung zunehmend oder grundsätzlich stärker gewichtet als Erfolgserlebnisse, kann dies zum Impostor-Selbstkonzept[1] führen. Der Selbstwert und das subjektive Selbstbild leiden extrem. Gefühle wie Enttäuschung und Frustration werden stärker gelebt als Freude und Stolz.

Auch nicht zu unterschätzen ist die daraus resultierende mögliche Dynamik von subjektiver Abwertung, Umsetzungsblockaden, mangelnde Fehlertoleranz, mangelnden Lernkurzen, erfolgsverhindernde (unbewusste) Strategien…

[1] Siehe dazu auch die Ausführungen und Verlinkungen im Merkmal 6.


Jetzt bist du dran. Teile in den Kommentaren deine Aha-Momente und Erkenntnisse, andere Gedanken und Fragen.

Lies und kommentiere auch sehr gerne bei den Anderen.

Ich freu mich schon drauf!

Herzliche Grüße

Miriam

Türchen 23 · Fehler stärker als Erfolge bewerten

Silke Schütte

Kann das auch damit zusammenhängen, dass Erfolge oft nicht als Erfolge erkannt werden, weil es einem leicht gefallen ist? Wenn einem dann etwas wirklich nicht gelingt, weil man sich anstrengen muss, gibt man noch leichter auf und ist dann frustriert. Ich sehe das sehr bei meinem Sohn. Ich denke bei mir ist auch immer noch Luft nach oben, obwohl ich mich seit 4 Jahren intensiv mit mir beschäftige.

Miriam Michaelsen

Silke Schütte Hallo liebe Silke, ja genau. Es spielen hier mehrere Aspekte rein, einer ist die Grundüberzeugung es müsse schwer sein, um etwas wert zu sein. Das führt dann zu Gedanken wie "wenn´s leicht ist, ..."

  • kann´s ja jeder
  • ist es nichts besonderes
  • ist es nichts / nicht so viel wert

Das führt auf der Verhaltensebene dann regelmäßig zu Überanstrengung, Stress, Zeitmangel. Man challenged sich selbst.

Ein wesentlicher Aspekt bei Erfolg ist immer die eigene (!) Definition. Das ist vor allem dann schwierig, wenn man eigene Themen umsetzt und somit keine Rahmen / äußeren Vorgaben hat, sondern diesen Rahmen selbst definieren kann.

Was ich immer wieder beobachte: ohne Tracking oder Rückblick, werden Ergebnisse und Erfolge mit Zeitablauf relativiert. Deshalb kann es super hilfreich sein bestimmte Dinge einfach zu dokumentieren.

Und ganz wichtig: Erfolge feiern!!! Stolz zu empfinden, dankbar sein.

Und den eigenen Überzeugungen auf den Grund gehen.

Was denkst du darüber, wenn ein Ergebnis für dich einfach oder schwer zu erzeugen war. Wie definierst du Erfolg und Teilerfolg? Und vor allem, tritt Erfolg erst bei 100% Ziel- oder Ergebniserreichungsquote ein?

...

Herzliche Grüße

Miriam